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Refunite vereint Flüchtlinge mit ihren Familien


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Während die Flüchtlingszahlen jährlich ein neues Rekordhoch erreicht, haben zwei Brüder nun eine App, die Flüchtlingen dabei hilft ihre Familien wiederzufinden.

Laut dem letzten UNHCR’s Global Trends Report aus dem Jahr 2014 befinden sich weltweit rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Dabei sind rund die Hälfte von ihnen Kinder. Unter Anbetracht der weltweiten Entwicklungen, kann mit einem drastischen Anstieg diese Zahlen in diesem Jahr gerechnet werden.

Dies bedeutet, dass einer von 122 Menschen auf der Welt, sein Land aufgrund von Krieg, Armut oder sonstigen Missständen verlassen musste. Wenn alle Flüchtlinge in einem Land leben würden, dann wäre diese bereits heute der 24. größte Staat der Erde. Dabei verlieren viele Menschen auf der Flucht ihre Freunde und Familie aus den Augen und leben anschließend in der Ungewissheit, ob diese noch am Leben sind oder wo diese sich befinden.

Diese alarmierenden Zahlen haben die beiden Brüder Christopher und David Mikkelsen dazu bewegt, die App Refunite zu entwickeln. Diese hilft Flüchtlingen und Hinterbliebenen dabei, miteinander Kontakt aufzunehmen.

Refunite die Suchmaschine für Flüchtlinge

In Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und der UNHCR ist es den Brüdern gelungen, eine App zu entwickeln, die dieses Problem lösen könnte. Bisher haben sich schon knapp 400.000 Menschen registriert. Dabei wurden mehr als 5 Millionen Textnachrichten verschickt und Suchanfragen über deren Webseite durchgeführt.

Anders als bei den meisten heutzutage verfügbaren Apps verzichtet Refunite auf komplizierte Features. Den Gründern ging es in erster Linie um eine einfache Handhabung und die Möglichkeit, dass die App mit jeder Art von Mobiltelefon genutzt werden kann.

Wie David Mikkelsen in dem Video sagt, haben die Flüchtlinge mit der App die Möglichkeit „selbst die Initiative in die Hand zu nehmen“, anstatt einfach nur rumzusitzen und zu hoffen, dass ein Familienmitglied noch am Leben ist. Die Technologie ermöglicht es ihnen, ihre liebsten wiederzufinden und sich wieder mit denen zu vernetzen.

 

Refunite nutzt Familieninformationen zur Wiedervereinigung

Das Schicksal der Somalierin Rahma verdeutlicht, wie hilfreich diese App für Menschen auf der Flucht sein kann. Sie hatte während der Flucht ihre komplette Familie verloren und lebte 22 Jahre lang in der Ungewissheit, ob diese noch leben würden. Während es sie nach Kenia verschlagen hatte, lebte ihre Familie inzwischen in den Vereinigten Staaten. Da ihr Bruder sich bereits kurze Zeit vorher bei Refunite angemeldet hatte, reichte eine kurze Suche in der Datenbank, um ihr Leben für immer zu verändern. Durch die App sind Geschichten wie die von Rahma inzwischen an der Tagesordnung.

Seit dem Launch im Jahr 2008 hat Refunite bereits 1.500 Menschen wieder zusammengeführt und jeden Monat kommen knapp 150 hinzu. Um die Sicherheit der Flüchtlinge zu gewähren, können diese sich dabei anonym registrieren. Um ihre Liebsten wiederzufinden habe diese anschließend die Möglichkeit eine Vielzahl verschiedener Erkennungsmerkmale wie Geburtsort, Geburtsdatum, Tattoos, Narben oder sogar Tiernamen hinzuzufügen.